Der Schlaf

Die Schlafphasen

Mit dem Goodnight-Express bis zum Ende der Nacht. Steigen Sie ein.

Das Leben ist ein Zyklus, der Schlaf auch.

Der Schlaf spielt sich in Zyklen ab. Ca. alle 90 Minuten durchläuft unser Körper einen ganzen Zyklus. Die Zyklen untersucht man seit den 1930er Jahren in Schlaflabors. Heute werden darin drei Biosignale aufgezeichnet: die Gehirnströme (EEG = Elektroenzephalogramm), die Augenbewegungen (EOG = Eletrookulogramm) und die Muskelspannung im Kinn (Elektromyogramm).

Nach den Schlafforschern Tillmann Müller und Beate Paterok* lassen sich anhand der Aufzeichnungskurven dieser Biosignale nach dem Wachstadium vier verschiedene Phasen während eines Zyklus erkennen. Nach Abschluss eines Zyklus – ein Zeitpunkt, zu dem wir sehr leicht Aufwachen können – beginnt der nächste. Ein Reigen, der sich bis zum Ende der Nacht fortsetzt.

Schlafphase 1: Einschlafen

Der Schläfer gleitet vom Wachen zum Schlafen über. Zusammengefasst 10 % der Nacht verbringen wir in diesem Stadium.
Biosignale: Die Gehirnströme wechseln von einem Alpha-Rhythmus in langsamere und kleinere Theta Wellen. Hin und her rollende Augenbewegungen signalisieren, dass der Einschlafvorgang beginnt.

Abrupte Muskelzuckungen können auftreten, manchmal begleitet von dem Gefühl, in die Tiefe zu stürzen. Das Bewusstsein ist bei weitem noch nicht abgeschaltet. Bizarre Bilder und Gedanken können vorbeiziehen. Schlafforscher bezeichnen diese Bilder nicht als Träume, sondern als hynagoge Halluzinationen.

Schlafphase 2: Der leichte Schlaf

Die längste Zeit, zusammengefasst 50 % der Nacht, verbringen wir in diesem Stadium.
Biosignale: Sogenannte Schlafspindeln, rasche sporadisch auftretende Gehirnwellen, überlagern höhere EEG-Wellen. Zwischendurch treten vereinzelt hohe langsame Ausschläge auf, sogenannte K-Komplexe. Die Augen sind in dieser Schlafphase bereits ruhig und geschlossen.

Der Organismus beginnt, sich nach außen abzuschirmen. Das Bewusstsein ist noch nicht ganz abgeschaltet. Wir sind aus diesem Stadium leicht zu wecken.

Schlafphase 3: Der Tiefschlaf

Zusammengerechnet 20 % der Nacht verbringen wir in dieser Schlafphase.

Biosignale: Die EEG-Wellen werden immer höher und langsamer. Die Augen sind vollkommen ruhig. Die Kinnmuskeln sind tief entspannt.

Der Blutdruck fällt, Atmung und Herzschlag verlangsamen sich. In diesem Stadium sind wir schwerer zu wecken. Aus Überlebensinstinkt nehmen wir lebenswichtige Signale von außen dennoch sehr wohl wahr und können davon aufwachen.

Schlafphase 4: Der Traumschlaf REM

20 bis 25 % der Nacht verbringen wir zusammengerechnet in diesem Schlafstadium. Bei Säuglingen und Kleinkindern ist es wesentlich mehr.

Die Biosignale verändern sich völlig. Die Muskelspannung erschlafft, das Gehirn blockiert die Glieder (= Schlafparalyse), damit man die Bewegungen, die man träumt, nicht auch ausführt. Deshalb kann in Albträumen auch das Szenarium vorkommen, dass wir vor einer Gefahr weglaufen wollen, aber wie gelähmt sind. Die Gehirnströme werden in dieser Phase klein und schnell. Rasche Augenbewegungen treten auf, daher wird diese Schlafphase „Rapid Eye Movement“ = REM genannt.

Während der REM-Phase kommt es auch bei Menschen, die von Geburt an blind sind, zu vereinzelten Augenbewegungen, wenngleich sie in Geräuschen, Gefühlen und emotionalen Zuständen träumen.

Herzschlag, Blutdruck und Atmung werden schneller und unregelmäßiger. Wird man aus diesem Stadium geweckt, berichten 80 % der Erwachten, geträumt zu haben. Erotische Träume vor dem Aufwachen haben in der REM-Phase ihre Ursache: bei Männern kommt es mit jeder REM-Phase zu einer Erektion. Bei Frauen nimmt die klitorale Durchblutung zu.

 

Mr. GoodNight located at 511/67 Huynh Van Banh , Ho Chi Minh, VN . Reviewed by 27 customers rated: 4.6 / 5