Der Schlaf

Wir sind aus solchem Stoff wie Träume sind, und unser kleines Leben ist vom Schlaf umringt.
(William Shakespeare, Der Sturm)

Was wir träumen, wenn wir schlafen

… wissen wir oft nicht, weil wir es gleich nach dem Aufwachen vergessen. Manche Menschen haben so gut wie keine Traumerinnerung, andere erinnern sich oft und sogar an mehrere Träume pro Nacht. Bis heute haben Schlafforscher keine Erklärung dafür gefunden. Allerdings gibt es die meisten Traumerinnerungen nach dem Aufwachen aus der REM-Schlafphase. Das Führen eines Traumtagebuches und die Aufforderung, sich an Träume zu erinnern, kann die Traumerinnerung tatsächlich verbessern.

Äußere Reize können in Träume eingebaut werden (Durst, Hunger, Harndrang, Geräusche, Lichteffekte,). Was wir vor dem Einschlafen gemacht haben und in welcher Stimmung wir waren, beeinflusst unsere Träume, genauso wie Hormone, die während des Schlafes auf- oder abgebaut werden.

Was ist ein Traum?

Ganz allgemein, ein psychisches Erlebnis während des Schlafes. Schlafforscher definieren den Traum als das, was der Träumer im REM-Schlaf erlebt, Einschlafträume dagegen als hypnagogische Halluzination.

Im Gegensatz zum Schlaftraum ist sich der Träumer im Klartraum darüber bewusst, dass er träumt. Das Traumyoga des Buddhismus basiert auf dem Klartraum.
Tagträume werden als eine Art Meditation im Wachzustand bewusst herbeigeführt.

Warum träumen wir?

Dazu gibt es vor allem Hypothesen. Fest steht, dass wir seit der grauen Vorzeit träumen. Ein Beleg dafür ist ausgerechnet das australische Schnabeltier. Es verbringt 60 % seines Schlafes in der REM-Phase und gilt als primitiver Säuger, dessen Geschichte bis in die Urzeit zurückreicht. Man vermutet deshalb, dass der REM-Schlaf über 250 Millionen Jahre alt ist. Und manche Wissenschaftler sehen den Traum als reines Überbleibsel der Evolution an.

Eine Gruppe von Neurobiologen ordnete Ende der 1970er Jahre den Traum den niedrigen Gehirnfunktionen zu. Demnach produzieren Neuronen im oberen Gehirnstamm zufällige Erregungsmuster, die der Cortex (die Großhirnrinde des Gehirns) interpretiert.

Dagegen halten 100 Jahre Psychoanalyse. Sigmund Freud (1856 – 1939) sah den Traum als unbewussten Prozess an, mit Gefühlswechseln, die aus dem Unterbewusstsein an die Bildoberfläche der Träume aufsteigen. Bis heute nutzt die Psychoanalyse Träume als Zugang zum Unterbewusstsein.

Im Traum werden emotionale Erlebnisse, Ängste und Trauer verarbeitet, die wir mit unserem rationalen Verstand nicht bewältigen können. Im Traum erfüllen wir uns Wünsche, die wir uns im Wachzustand niemals erlauben. Wir träumen um zu vergessen, oder um uns etwas ganz besonders zu merken. Wir kompensieren, ja wir lösen sogar Probleme im Traum.

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